Archiv der Kategorie: Kurzprosa

Gartenimpression

Reblatt im Gegenlicht
Kaiserstuhl-Herbst-Rebblatt im Gegenlicht.jpg (Ausschnitt). Foto: kvd, CC BY 2.0. Bearbeitung: Christoph Waghubinger

Kraftvolle Laubbläser erweitern unsere Tierwelt um Flughörnchen und Flughunde und aus zahlreichen Laubhaufen fliegen Eagle auf.


Autor: Christoph Waghubinger
Lizenz: CC BY-SA 4.0

 

 

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Sportverschwörung

Dopingspritze
Syringe_Needle_IV.jpg aus Wikimedia Commons, Foto: Psychonaught, Lizenz: PD

Neulich im Wikipedia-Café: Ein User sorgte sich um das Leben italienischer Fußballspieler: Dopen die so viel oder begehen die Selbstmord oder hat sogar die Wettmafia ihre Hände im Spiel? Daraus ergab sich eine nicht immer ernst gemeinte Diskussion, die im folgenden satirischen Beitrag gipfelte:

Fakt ist: jedesmal, wenn so ein rollender Medizinkoffer des Dopings überführt wurde, frage ich mich, was der denn falsch gemacht hat, dass Pumidas, Assich, oder gar Like(!) ihn nicht mehr mögen. War es, dass er sich hat erwischen lassen? Oder Schlimmeres, und SIE haben erst dafür gesorgt, dass er überhaupt erwischt werden konnte? Nandrolon in die Zahnpasta, und plötzlich war es das. Weiß man ja. Vielleicht reicht der Arm der Sportartikelriesen aber schon viel weiter, es sollen ja schon Sportler erwischt worden sein, die **angeboren** über zu viele rote Blutkörperchen verfügen. Ich sage euch: da wird gezüchtet! Was sagt das dann über das Sportherz aus, das ich wegen seines absurd widersprüchlichen Inhalts erneut verlinke? Angeboren gesund oder angeboren krank? Und wieso müssen die dann alle so viele (qua ordre de Mufti selbstverständlich genehmigte) Medikamente schlucken, gegen Atemnot? Und finden das auch noch völlig normal. Darüber kann ich als Teilzeitasthmathiker nur lachen! Biathlet hätte ich werden sollen. Oder am besten gleich Norweger! Der Autor gibt zu, dass ihm als Kind im Jahr 1984 angesichts der in der Gluthitze der Stadt der Engel keuchenden, aufgebenden Marathonläufer der Gedanke entwich, erschießen sei auch eine Lösung.


Hauptbeitrag: Janka im Wikipedia-Cafe (Abschnitt: Die große Sportverschwörung), Einleitung und Auswahl: Christoph Waghubinger, Zitat im ersten Absatz: Leiflive, Lizenz: CC BY-SA 3.0

 

Mein Internet der Dinge

Blaues Licht
Blue Light (37874749076).jpg von XoMEoX auf Flickr (via Wikimedia Commons). Lizenz: CC BY 2.0

Eine Zukunftsvision aus dem Wikipedia-Café:

Was für ein Morgen! Mein digitaler Assistent James (ich mag oldschool, sagt mein Psychoprofil) hat mich unmissverständlich aufgefordert, jetzt endlich mein Bett zu verlassen, sonst bekomme er einen Absturz (er zieht immer alles ins Persönliche!). Also ab ins Bad, Licht an! – Es bleibt dunkel. Fehlermeldung am Display: „Nicht autorisierter Austausch einer Leuchte. Bitte setzen Sie sich mit der Service-Hotline in Verbindung.“ Ich hätte wohl das Kleingedruckte lesen sollen. Nun gut, dann im Dunkeln geduscht. Gottlob hat mein findiger Neffe den Sicherheitshelligkeitssensor deaktiviert; ich mag es gerne schummrig, auch wenn meine Unfallversicherung das anders sieht. Anziehen – der feine englische Anzug blinkt: „Security alert. Zipper may open by itself.“ Dann eben doch die Jeans, die blinkt nicht. Jetzt Kaffee! „Mach mir Espresso!“ herrsche ich die Maschine an und hole derweil die Aufbackbrötchen aus der Tiefkühle. Ich schiebe sie in den Smartofen und stecke den Chip ein: „Fehler: Haltbarkeitsdatum überschritten und/oder Kühlkette unterbrochen.“ Stimmt, ich hätte nach dem Einkauf gestern keinen Umweg übers Sportstudio machen sollen, auch wenn meine Kasse auf regelmäßige Leibesübungen besteht. Also nur Kaffee. Kaffee? „Auftrag abgebrochen, Bluthochdruckverdacht.“ Aber ich war doch letzte Woche beim Arzt? Er hat anscheinend schon wieder vergessen, die Freigabe an meine Kaffeemaschine zu schicken. Ohne Frühstück runter und aufs Fahrrad. Der Lenker ist blockiert: „Warte auf Helmsignal.“ Ich schlage den Helm zweimal kräftig gegen die Hauswand, dann tut es der Chip manchmal wieder. Aber da meldet sich auch schon auf meiner Smartbrille der Personal Computer meines Arbeitgebers: Laut GPS-Ortung sei es unwahrscheinlich, dass ich noch pünktlich zur Arbeit komme. Da ich etwas über dem Plansoll liege, schlägt er mir einen unbezahlten Urlaubstag vor. Eigentlich keine schlechte Idee. Ich wollte schon längst mal wieder gemütlich im Online-Elektromarkt stöbern; die neue Generation der interaktiven Fernseher mit 360°-Kamera und Geruchssensor soll ja unglaubliche Sachen können …


Beitrag: Dumbox im Wikipedia-Café. Bearbeitung: Christoph Waghubinger (Nebenbemerkung entfernt, neue Einleitung, Typos korrigiert). Lizenz: CC BY-SA 3.0

Hofer-Anhänger

Eine Diskussion im Wikipedia-Cafe zur österreichischen Bundespräsidentenwahl 2016. Die Nummern in den eckigen Klammern zeigen an, wer wem antwortet.

Österreichische Bundespräsidentenwahl zum xten

Hofer-Anhänger
Hofer.jpeg aus Wikimedia Commons. Fotograf: Ulrich prokop, CC-BY-4.0

[1] Diese Laster fahren zu Hunderten auf Österreichs Straßen. Hofer (Hofer ist der österreichische ALDI) hat zwar diese Beschriftungen bereits 2012 appliziert, also lange bevor Norbert Hofer als Kandidat aufgestellt wurde, aber in dieser sehr brisanten Zeit ist diese Namensgleichheit in meinen Augen äußerst problematisch. Ich habe Hofer angeschrieben und erhielt eine nichtssagende automatisierte Antwort der Pressestelle. Mich würde interessieren, ob Ihr meine Bedenken für überzogen hält, oder ob Ihr auch der Meinung seid, dass ein politisch neutrales Unternehmen mit einem intakten Gefühl für political correctness nicht für die Dauer des Wahlkampfes diese Werbeaufschriften überdecken müsste. Andererseits könnte man unterstellen, dass die durch die Namesgleichheit zufällig entstandene Werbewirksamkeit gewollt, zumindest aber wissend (ein Übeldenkender würde vermuten wohlwollend) hingenommen wird. up (Diskussion) 08:17, 20. Okt. 2016 (MESZ)

[2] Halte deine Bedenken nicht für überzogen: ABER diesen Bedenken muß sich allein die Firmenleitung stellen, denke ich. Hofer ist ein Allerweltsname, du kannst der Firma nicht verbieten, ihren Namen in ihrer Werbung zu verwenden. „Hofer Anhänger“ mag grenzwertig zweideutig sein, aber das wären andere Kombinationen auch. Außerdem: du magst einen Standard-Antwort bekommen haben, aber du weißt nicht, welche Reaktionen du firmenintern ausgelöst hast. —Maresa63 Talk 08:37, 20. Okt. 2016 (MESZ)
[3] Hier ist die Wikipedia! Wir sollten uns zuvörderst über den fehlenden Bindestrich unterhalten! ;) Dumbox (Diskussion) 09:49, 20. Okt. 2016 (MESZ)
[4] Genau, dafür gibt es ja schon den stehenden Begriff „Hofer-Anhänger-Leerzeichen“. Oder nein, das war ja Deppenleerzeichen. Aber egal, ist dasselbe ;-) —AMGA (d) 09:55, 20. Okt. 2016 (MESZ)
[5] Also für mich ist das ein Anhänger aus Hof. —Digamma (Diskussion) 11:01, 20. Okt. 2016 (MESZ)
[6] Firma Hofer (siehe Logo) aus Hof? (Welches eigentlich?) Na so ein Zufall. —AMGA (d) 11:23, 20. Okt. 2016 (MESZ)
[7] Nein, das ist ein Anhänger aus Altenberge, Vreden, Gotha, Berlin, Toddin, Zaragoza (Spanien), Panevėžys (Litauen), St. Petersburg (Russland) oder (unwahrscheinlich) Wuhan (China), laut Wikipedia, Schmitz Cargobull. Grüße Dumbox (Diskussion) 11:46, 20. Okt. 2016 (MESZ)

[2] Mit dem „wohlwollend“ ist das so eine Sache. Man mag vermuten, dass unter ALDI/Hofer-Kunden der Anteil von FPÖ-Anhängern womöglich höher ist als in der Gesamtbevölkerung, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass so ein Unternehmen mit Leichtigkeit ca. 50% der Bevölkerung (in diesen brisanten Zeiten, wie du sagst) als potentielle Kunden abschreiben will. Wenn die Werbeabteilung halbwegs professionell arbeitet, hat sie entsprechende Zielgruppenbefragungen durchgeführt und sich dann zwischen Pest und Cholera (denn ein Übertünchen wäre ja durchaus auch als Statement zu verstehen) fürs Behalten entschieden. Grüße Dumbox (Diskussion) 10:04, 20. Okt. 2016 (MESZ)
[3] Ich finde die Idee, dass sich eine Firma, die zufällig gleich heißt wie ein Politiker, sich deshalb umbenennen oder ihre Werbeslogans ändern sollte, doch für etwas lächerlich, zumal Hofer ja kein Hitler, Stalin, o.Ä. ist. —MrBurns (Diskussion) 12:14, 20. Okt. 2016 (MESZ) PS: außerdem denken die Leute, wenn sie den Supermarkt Hofer (oder einen LKW von denen) sehen wohl kaum an Norbert Hofer. Ansonsten ist der Hofer nach meinen Erfahrungen durchaus in allen sozialen Schichten beliebt, ich glaube also nicht, dass sich der durchschnittliche Hofer-Kunde sehr stark von der Durchschnittsbevölkerung im Einzugsgebiet der Filialen unterscheidet. Wenn gibts wahrscheinlich bei den Hofer-Kunden sogar weniger Hofer-Wähler als bei der gesamtösterreichischen Bevölkerung, weil Hofer eher im urbanen Bereich vertreten sind und dort wurde gemäß Nachwahlbefragungen bei der 1. Stichwahl mehrheitlich VdB gewählt. —MrBurns (Diskussion) 12:20, 20. Okt. 2016 (MESZ)
[4] Falls der (über)nächste Spitzenkandidat einer Partei „Otto“ heißt, schreibt ihr dann auch das Versandhaus in Hamburg an, die sollen ihren Slogan „Otto find ich gut“ nicht mehr bringen? Gruenschuh (Diskussion) 15:11, 20. Okt. 2016 (MESZ)
[2] Oiso i hoab sehr gloacht! (Unpolitisch, versteht sich. Alles andere wäre ja doch zu sehr pc.) —Delabarquera (Diskussion) 12:23, 25. Okt. 2016 (MESZ)
[3] Es scheint nicht genug Proteste zu geben (warum auch), denn sonst hätte die Firmenleitung schon längst die Änderung – im KundenGeschäftsinteresse – veranlaßt. So wie sie es auch mit dem Duschbad mit der im Hintergrund abgebildeten Moschee (steht Morgenland für Entspannung, gar Endspannung?) tat. —Tommes  09:21, 4. Nov. 2016 (MEZ)


Lizenz: CC-BY-SA-3.0-AT
Einleitende Bemerkung, Anpassungen:  Christoph Waghubinger / Café-Beitrag: siehe Signaturen